Pedalboard für ganz arme Musiker

Heutzutage gibt sehr günstige, einfache Pedalboards zu kaufen. Manchmal ist aber selbst das zu teuer. Wer es ganz billig haben möchte und etwas mit Werkzeug umzugehen weiss, der kann sich für fast gar nichts ein Pedalboard selbst bauen. Mir ist das so passiert, als ich auf die Schnelle ein zusätzliches Board mit Koffer brauchte. Im Keller stand da so ein Koffer rum. Und der hatte genau die richtige Grösse.

Diese Koffer finden sich zuhauf in Billigstangeboten in Baumärkten. Meiner war sogar mit Essbesteck drin gekommen; welche Gründe es auch immer hatte, dieses mit so einem Koffer zu verkaufen. Und der musste nun dran glauben.

Machen wir uns an den Umbau. Für handwerklich etwas geschickte Leute ein Umbau von wenigen Minuten. Der Deckel wird dazu vom Koffer gelöst und zum Bodenteil umgebaut. Schauen wir uns zuerst mal das Ergebnis an:

Pedalboard für arme Musiker
Pedalboard für arme Musiker

Der Deckel ist komplett abgetrennt vom eigentlichen Unterteil und dient nun als das Pedalboard. Das Unterteil selbst wird die Abdeckung. Und damit ich immer schön dran denke, dass der Koffer nun oben und unten vertauscht hat, habe ich mir ein wunderschönes ‘X’ mit Klebeband auf die Abdeckung geklebt.

Mit den folgenden Schritten kam ich zu meinem Effektgerätekoffer:

Kofferumbau zum Pedalboard

Zutaten:

  • 4 oder 5 Gerätefüsse
  • Selbstklebendes Klettband (männlich und weiblich, Haken und Flausch, oder wie man dem sagt bei Klettband)
  • Eventuell ein paar Holzstücke

Werkzeug:

  • Bohrmaschine
  • Flex oder Eisensäge
  • Tacker

Als erstes gilt es, den Deckel vom eigentlichen Unterteil trennen. Dazu habe ich mit der Flex die Scharnierverbindung so aufgetrennt, dass man sie ein- und aushängen kann.

Dann braucht der Deckel (also das neue Unterteil…, also das Pedalboard…) natürlich Füsse, damit er nicht über den Boden rutscht. Die findet man auch im Baumarkt – die Auswahl sollte recht gross sein – da geht vieles. Löcher bohren und Fuss einklipsen oder festschrauben, je nach Modell. Füsse an allen vier Ecken anbringen. Wenn zusätzliche Standfestigkeit gewünscht ist, dann noch einen in der Mitte des Deckels draufsetzen. Ich empfehle recht niedrige Füsse zu nehmen, damit das Board nicht allzu hoch steht.

Nun machen wir uns über die Innereien des Boardes her. In meinem Fall habe ich mich für selbstklebendes Klettband entschieden, so dass ich das Gerät (Roland Gr-55) auch wieder recht flott rausnehmen kann. Wie in den Fotos unten ersichtlich, habe ich das Klettband zusätzlich festgetackert. Meine Erfahrungen sind, dass der Kleber an Klettband nie ausreichend klebt. Spätestens nach ein paar Tagen löst sich der.

Dann habe ich das Effektgerät erhöht, indem ich ein paar Stücke Holz auch mit Klettband ‘zugetackert’ habe. Die fungieren nun als Abstandshölzer zwischen Gerät und Board. Zusätzlich dienen sie dazu, das Gerät etwas zu erhöhen, da mein Deckel etwas hochstehende Ränder hat. Nun noch Klettband von unten an das Effektgerät. So können selbst die Gummifüsse des Effektgerätes dranbleiben (definitiv ein Plus, wenn man es später einmal verkaufen möchte). Das Ganze sieht dann so aus:

Das Klettband am Gerät ist etwas verrutscht, dort kann ich das leider nicht antackern ;-) Manchmal helfe ich deswegen etwas nach mit handelsüblichen Allzweck- oder Heisskleber nach.

Wer noch irgendwo Schaumstoff rumliegen hat oder sich den besorgen möchte, der kann das Unterteil, was nun der Deckel ist, damit ausfüllen. Ich habe immer ein paar Kabel oben auf dem Gerät liegen beim Transport, die quetschen dann das Gerät leicht ein. Und meine Klettverbindungen halten eigentlich so gut, dass das Gerät selbst kopfüber nicht runterfällt. Also in meinem Koffer rüttelt nichts.

Das Board funktioniert so echt gut. Etwas nervig ist es nur, dass der Bügel während des Zumachens leicht aus dem aufgeflexten Scharnier rausrutscht. Wenn es allerdings zu ist, dann ist der Koffer ziemlich stabil; und hat sogar ein Zahlenschloss. Wehe nur, wenn dir ein Bandmitglied den Code verstellt. Aufgepasst!

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